Tiere in der Magie: Der Wolf

Der Wolf kommt in Deutschland hauptsächlich in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen vor und breitet sich immer weiter aus. Durch ein sehr präzises Wolfsmonitoring konnten 2018 73 Wolfsrudel bestätigt werden. Wölfe gelten laut Naturschutzgesetz als streng geschützt und zählen nur in Sachsen als Wild. Dort wurden sie so auch ins Jagdrecht aufgenommen, sind aber ganzjährig geschont.

Der Wolf gilt als Stammform des Hundes und lebt in Rudeln. Die Tiere jagen entweder im Verband oder alleine, dies ist abhängig vom Sozialstatus und der Beutetiergröße. Paarungszeit ist hauptsächlich im Februar.

Der Wolf in der germanischen Mythologie

In den Liedern der Edda werden Wölfe und Hunde, die ihnen sehr ähnlich sind, häufig genannt. Man findet sie sowohl im Zusammenhang mit den Asen als auch mit den Riesen.

Fenrir

Der bekannteste Wolf in den germanischen Geschichten ist wohl der Fenriswolf. Er wird auch Fenrir, Fenrisúlfr (fen = Sumpf, also Sumpfwolf) oder Vángandr (Monster am Fluss) genannt. Als erstes Kind wurde er von der Riesin Angrboda geboren. Sein Vater ist der Gott Loki. Ausser dem Fenriswolf gebar sie die Mitgardschlange Jörmungand und die Totengöttin Hel. Jetzt wird es etwas kompliziert: Angrboda wird manchmal mit einer Riesin gleichgesetzt, die im Jarnvidr lebt, im „Eisenwald“ und wird auch „die Alte vom Eisenwald“ genannt. Von ihr erzählt man, dass sie wolfsähnliche Riesenkinder gebar, von denen unsere Wölfe abstammen (Hati, Skalli und Managarm).

Aber nochmal zurück zum Fenriswolf. Als Welpe war er noch ungefährlich und verspielt, doch die Götter erkannten die Gefahr, die von Fenrir ausging. Sie brachten ihn nach Asgard, die Welt der Götter, um ihn im Auge zu behalten. Doch der kleine Wolf wurde immer grösser und stärker. Die Götter bekamen es langsam mit der Angst zu tun und beschlossen, den Wolf zu fesseln, damit er ihnen nichts antun konnte. Zuerst versuchten sie es mit zwei schweren Ketten: Läding, die mit List bindende, und Droma, die Hemmende. Beide Ketten zeriss er. Danach versuchten sie die magische Fessel Gleipnir. Sie sieht aus wie ein Faden und wurde von den Zwergen hergestellt aus Dingen, die es nicht gibt, wie beispielsweise dem Atem der Fische. Doch Fenrir witterte die Falle und verlangte, dass einer der Götter seine Hand in sein Maul legte, während er gefesselt wurde. Erst wollte sich niemand der Aufgabe stellen, bis Tyr vortrat und seine Hand in den Rachen des Wolfs streckte. Die Fessel war stark und löste sich nicht und je mehr Fenrir daran zog und zerrte, desto fester schnürte sie sich um ihn. Die Götter lachten und freuten sich, dass sie Fenrir endlich gefesselt hatten. Nun waren sie sicher vor ihm, doch Tyr verlor seine Hand im Maul des großen Wolfes. Seither wird er der „einhändige Ase genannt“- auf altnordisch „einhendr asa“.

Bild von mir

Fenrir gelang es erst in der Götterdämmerung, sich zu befreien und aus Rache für die vielen Jahre der Fesselung tötet er Odin. Daraufhin wurde er selbst durch dessen Sohn Vidar umgebracht.

Geri und Freki

Die beiden Wölfe sind Begleiter Odins. Vom Festmahl, das er in Walhalla gereicht bekommt, trinkt er nur den Wein und Geri und Freki fressen die Speisen. Die beiden Namen bedeuten „der Gierige“ und „der Gefräßige“.

Hati und Skalli

Die beiden Wölfe gelten als Söhne des Fenriswolfes. Sie jagen den Mond und die Sonne über den Himmel. Hati verfolgt den Mond. Im germanischen Glauben ist die Personalisierung des Mondes der Riese Mani, der in einem von Pferden gezogenen Wagen sitzt. Der Wolf Skalli verfolgt unterdessen den ebenfalls von Pferden gezogene Wagen der Sonne Sol.

Am Tag des Weltunterganges (Ragnarök) holen die Wölfe die Gejagten ein, packen und verschlingen sie.

Der Wolf in der keltischen Mythologie

Wie ihr lesen könnt, gibt es zu Wölfen in der germanischen Mythologie recht viel zu erzählen. Bei den Kelten sieht das anders aus. Ich habe wenig Infos darüber gefunden. Hier ist oft eher von Hunden die Rede. In einem Bericht stand, dass der Wolf als Symbol für die Gemeinschaft verehrt wurde, da er einen ausgeprägten Familiensinn hat.

Die Monate Januar und Februar nannte man Wolfszeit, weil es die Zeit war, in denen die Druiden ihre Reise in die Anderswelt unternahmen, um der Gemeinschaft neue Ziele und Hoffnung zu geben. Die Kelten schätzten seine magische Kraft und enge Verbindung zum Mond sehr. Sie wussten, dass der Wolf nie die Orientierung verliert und immer zum Wohle aller handelt – in guten wie in schlechten Zeiten.

Traumdeutung

Traumfänger ©Tom

Träumt man von einem Wolf, weist dieser auf Konflikte im Inneren hin. Es könnte bedeuten, dass mit Ängsten, Trieben oder Wünschen gekämpft wird und dass diese nicht in Einklang gebracht werden können. Er steht für einen stolzen, starken Jäger, was für eine Metapher für sexuelle Aggressivität stehen kann. Der Wolf warnt uns auch vor schlechten Einflüssen durch Menschen.

Quellen und weiterführende Links:

Beitrag von Ronya
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