Crowleys Thoth-Tarot

Hermetisches Tarot, die Basis

Das hermetische Tarot-Deck vermittelt das esoterisch betonte Schwarz-Weiß-Design des Geheimbundes Golden Dawn. Der Golden Dawn war bemüht, die mystischen, astrologischen und kabbalistischen Einflüsse der alten Ordnung zu betonen.
Die frühen Mitglieder des Hermetischen Ordens der Goldenen Morgenröte wurden angehalten, persönlich ein Tarot-Deck nur für den eigenen Gebrauch herzustellen. Dabei basierten die Arbeiten auf Samuel Liddell Mathers Deck und seiner Ausführung.
Die Gesellschaft gestaltete vorgegebene Anweisungen für ihre Mitglieder, die befolgt werden sollten. Diese Anweisungen wurden jedoch bestenfalls als Anlehnung bearbeitet. Daraus resultierte, dass im Laufe der Zeit auch mit dem Kopieren von unterschiedlichen Decks durch immer wieder neue Mitglieder auf der Basis zuvor gezogener Karten Abweichungen und Modifikationen zunehmend deutlicher wurden.
Das Rückendesign des Hermetic Tarot-Decks zeigt eine Rose in voller Blüte. Auf jeder Karte findet sich auch das Siegel eines Handwerksmeisters. Ich vermute dabei das Hexagramm, das ja doch fünf mal zu sehen ist. Zudem tragen alle Arbeiten von Godfrey Dowson dieses Zeichen. Das Original des hermetische Tarot-Decks wurde zwischen 1975 und 1977 vom Künstler ausgeführt und ist jetzt in der Spielkartensammlung von Stuart und Marilyn R. Kaplan enthalten.


In der Folge einige Links zu Bildern der Tarot-Decks als Einblick in die Gestaltung.

Aleister Crowley – Thoth Tarot

Link: So sehen die Karten des Thoth Tarots aus
Link: Galerie der großen Arkana des Thoth Tarots

Für die künstlerische Ausführung gestaltet von Lady Frieda Harris, geboren 1877 in London, gestorben 11. Mai 1962 in Srinagar, einer Stadt im nördlichsten indischen Bundesstaat Jammu. Sie war seit 1901 mit dem englischen Politiker Percy Harris verheiratet.
Erstmals erschienen diese Karten 1944 in einem Buch „Thoth“, veröffentlicht von Aleister Crowley. Gedruckt und als Spielkarten verkauft wurde dieses Tarot jedoch erst 25 Jahre später, dann aber wurden es zu einem Welterfolg.
Das Crowley-Tarot zeichnet sich im Gegensatz zum Raider-Waite-Tarot durch seine Vielzahl an verwendeten Farben und Motiven aus. Viele Menschen beeindruckt noch heute die Bildersprache dieser Karten.
Frieda Harris, geborene Marguerite Frieda Bloxam, war eine englische Künstlerin, Politikergattin und späte Weggefährtin des Okkultisten Aleister Crowley. Bekanntheit erlangte sie durch die Gestaltung des Crowley-Thoth-Tarots.

Der Hohepriester zeigt hier die vier Evangelisten in jeder Kartenecke, dies werte ich als Hinweis der Akzeptanz Crowleys gegenüber der von ihm abgelehnten christlichen Kirche. Crowley ist damit auch der einzige hier von mir Erwähnten, der den Hinweis auf die christliche Kirche durch den Hohepriester aufnimmt. Alle anderen Tarotdecks haben auf dieser Karte haben kein derartiges Symbol.

Rider-Waite-Tarot

Link: So sehen die Karten des Rider-Waite-Tarots aus

Dieses Tarot zählt in allen Varianten zum grundlegenden Tarot und hat meiner Meinung nach eigentlich keine wesentlichen Highlights.


The Gilded Tarot

Link: So sehen die Karten des Gilded Tarots aus

Die künstlerisch sehr anspruchsvollen Bilder stammen von Ciro Marcetti & Barbara Morre. Die Bilder entsprechen sicher schon Kunstwerken, wie auch jene von Frieda Harris, jedoch besitzt diese Ausführung nicht die spirituelle Begleitung, wie sie Crowley bei seiner Gestaltung hatte.

Die sichtbaren Besonderheiten bei Crowley sind für mich die Namen mancher Karten.

So gibt es statt:der Welt
das Gericht
die Mäßigkeit
die Gerechtigkeit
die Kraft
der Hierophant
der Herrscher
die Herrscherin
das Universum
das Aeon
die Kunstwerk
die Lust
den Ausgleich
der Hohepriester
der Kaiser
die Kaiserin

Das Crowley-Thoth-Tarot ist eines der meistverbreiteten und meistverkauften Tarot-Decks weltweit. Es gehört heute mit dem Waite-Tarot und dem Marseiller Tarot zu den bekanntesten und beliebtesten Tarot-Decks.
Das Crowley-Thoth-Tarot wurde vom Okkultisten Aleister Crowley kreiert, der das Buch des Thoth als Begleittext zum Kartendeck schrieb. Damit konnte er die Bedeutung der Karten selber erläutern und erklären, wie spirituell Suchende die Crowley-Tarot-Karten legen und dann richtig lesen. Das Crowley-Tarot-Deck wurde von Lady Frieda Harris illustriert. Die Kartendeutung des Decks basiert auf den kabbalistischen Ansichten des Ordens der Goldenen Morgenröte, dem anfangs auch Crowley angehörte. Die Illustrationen, die alle von Lady Harris entworfen wurden, fügen sich in ein doch sehr raffiniertes, zugleich futuristisches Design ein. Dieses Design kann in keiner Weise dem Zeitgeist der Gesellschaft vor dem Zweiten Weltkrieg zugeordnet werden. Die Illustrationen enthalten viele Rundungen, die den Karten ein Flair der Bewegung verleihen. Mit diesem Trick hat Lady Harris dem Geist die Möglichkeit gegeben, sich mehr vorzustellen und viel tiefer in der Deutung der Karten zu gehen.

Der wesentliche Vorteil dieser Karten ist die Klarheit, die sie in der Symbolik vermitteln. Die Bilder sagen nicht nur mehr als ihre Untertitel aus, sie sind auch eine beliebte Quelle für Meditationen und Interpretation zum Kartenlegen.
Das mysteriöse Thoth-Tarot-Deck, auch als Aleister-Crowley-Thoth-Tarot bekannt, wurde erstmals im Jahr 1944 veröffentlicht. Das Deck ist einerseits aufgrund seines rätselhaften Schöpfers, des Okkultisten Aleister Crowley, faszinierend und andererseits wegen seiner ebenso geheimnisvollen Illustratorin Lady Frieda Harris. Das Deck umfasst 80 Karten, darunter 24 große Arkana und 56 kleine Arkana. Für Anhänger der Esoterik ist das Thoth-Deck mit seinem inspirierenden Design eine regelrechte Institution.

Die Karten des Aleister-Crowley-Tarots

Die Haupttitel der Crowley-Tarotkarten sind bis auf einige Änderungen die gleichen wie jene der Karten des typischen Rider-Waite-Decks, das von sehr vielen Menschen verwendet wird. Crowley formulierte daneben einige gebräuchliche Karten neu und gab ihnen Namen wie „Das Aeon“, „Der Magus“, „Die Anpassung“, „Die Kunst“, „Die Lust“ und „Das Glück“. Diese neuen Bedeutungen beschneiden nichts von der Wichtigkeit der Karte. Das Umbenennen von Dingen oder Bezeichnungen war eine der bekanntesten Eigenschaften von Aleister Crowley, der immer wieder Dingen neue Namen zudachte, damit sie seinen persönlichen Philosophien angepasst werden konnten.
Vom Grund her war das Aleister-Crowley-Tarot-Deck am besten für den erfahrenen Kartenleser gedacht und sollte auch nicht von Anfängern genutzt werden. Es ist unumgänglich, die intuitive Deutung auch über den Tellerrand hinaus zu bedenken. Dabei ist sowohl der Tellerrand von der Karte mit ihrer gemalten Geschichte zu sehen als auch der Tellerrand der beteiligten Personen, dem Fragenden und dem Legenden. Auch die Bilder vom Thoth-Deck unterscheiden sich grundlegend von jenen des traditionellen Rider-Waite-Decks. Damit kann es passieren, dass die üblichen Bilder der Rider-Waite-Karten für den Leser oft verloren gehen, sobald er mit dem Thoth-Deck konfrontiert wird. Die Bilder von Frieda Harris sind nicht nur als ihre fixe Geschichte zu sehen, sie erzählen dem Betrachter auch viel über seine Fantasie, seine Wünsche seine Stimmung.
Deshalb ist es auch für den erfahrenen Kartenleser unerlässlich, sich vor der ersten Legung mit dem Crowley-Tarot genügend Zeit zu nehmen, sich mit den Bildern und dem Thema des Thoth-Decks vertraut zu machen. Alle, die intuitiv Karten legen, werden feststellen, dass es kaum Kartenbilder gibt, die die eigene Freiheit in der Deutung zulassen. Das Aleister-Crowley-Tarot-Deck erscheint in seiner Grundform als ein detailorientiertes Deck, wie es sicher nur sehr wenige in der Welt des Tarot gibt. Die umbenannten Titel einiger Karten und die lebhafte Kunst der Bilder helfen dem ausreichend sensiblen Kartenleser, seine Intuition zu schulen und zu erweitern. Damit ermöglicht es der Kartenleger dem Hilfesuchenden, wichtige zusätzliche Details und sinnvolle Informationen zukommen zu lassen. Man kann Crowley sehen wie man will, es sind jedoch die Details, die dieses Deck so umfangreich und verlockend zum Legen machen.

Ein weiteres Faktum ist der Unterschied in der Bedeutung einer Karte, falls sie umgekehrt, also am Kopf stehend, ausgelegt wird. Diese Deutung ist typisch für die traditionelle Tarotlesung. In diesem Punkt unterscheidet sich das Crowley-Tarot jedoch auch. Umkehrungen sind nach Crowleys Vorstellungen nicht zulässig, ausgenommen, es gibt keine andere Option. Diese andere Option habe ich mit dem Satz „Wo ein Wille, da ein Weg“ kennen gelernt. Man kann, auch wenn es schwer möglich ist, eine Lösung finden, die im Grunde passt.
Die traditionelle Lesung betrachtet eine Umkehrkarte mit unterschiedlichen Methoden, um zu bestimmen, wie einflussreich die Umkehrung im Gesamtbild ist. Crowley verzichtete auf diese Deutungen und entschied sich für einen wesentlich aufwändigen Ausscheidungs-Prozess, der den Deutungswert weiter ausdehnt, ihn aber genauer macht.

In der Legung nach Crowley schaut der Leser auf jede Karte und bestimmt unter Einbeziehung der umgebenden Karten intuitiv, wie eine Karte zu werten ist. Diese Technik könnte aus der Lenormand-Deutung kommen. Weiter bestimmt der Leser, welches Ausmaß an Bedeutung der Karte dann zugemessen werden sollte. Sollte zum Beispiel eine Karte gelegt sein, die nicht mit den anderen Karten korrespondiert, sollte diese Karte im Endergebnis nicht in die Auslegung mit einbezogen werden. Wenn im Gegenteil einige Karten desselben Elements nahe beieinander erscheinen oder sich umgeben, erhalten die Karten zusätzliche Bedeutung und bestimmen wesentlich den Inhalt der Auslegung.

Zum Thoth-Tarot von Crowley

Mit der Beschreibung fange ich mit den beiden ersten Karten an. Dabei bin ich im Zuge der Beschreibung des Narren vom Crowley-Tarot auf folgende Sätze gestoßen:
„Der Narr folgt der Stimme des Herzens. Der Narr steht noch am Anfang seines Weges. Die 0 enthält alle Möglichkeiten des Kosmos. Der Narr folgt voller Neugier und Experimentierfreude den Impulsen seines Herzens.“ (Zitat von kartenlegen.or.at unter http://kartenlegen.or.at/crowley-tarot-0-der-narr/ (14.07.21, 11:04 Uhr)

Damit war für mich eigentlich klar, dass man in der Beschreibung nichts „Schwarzmagisches“ finden muss, ja möglicherweise gar nicht finden wird, zumal die Bilder von der Malerin Lady Frieda Harris sind, von der eine derartige Behauptung nicht existiert. Sie war Künstlerin und angesehene Politikergattin.

Ähnlich geht es mir mit der zweiten Karte, dem Magier:
„Der Magier wendet die Kräfte, die er zur Verfügung hat, unbewusst oder bewusst an. Jeder Mensch kann die Kontrolle über seine Gedanken und Gefühle erlangen. Je nachdem, mit welcher Absicht man seine Kräfte einsetzt, ist man in der hohen Form ein Weißmagier, in der niederen Form ein Schwarzmagier.“ (Zitat von kartenlegen.or.at unter https://tarot.or.at/crowley-tarot-i-der-magier/ (14.07.21, 10:57 Uhr))
Auch dem Text kann ich keinerlei negative Bedeutung abgewinnen. Im Gegenteil spricht der Text der Schwarzmagie deutlich die niedrigere Rolle zu. Wenn man Bescheidenheit betrachtet, so dürfte es sicher nicht um Crowley gehen, der als Magier den höchsten Weg gesucht hat, der zu erreichen war.


Als weiteres Beispiel aus dem Tarot möchte ich die Liebenden zitieren:
„Die höhere Kraft der Liebe ist die bedingungslose, mitfühlende, hingebende Liebe, die den Menschen Trost und Hoffnung bringt und sie in höhere Seinsbereiche trägt. Es ist die Liebe, die alle Gegensätze überwindet.“ (Zitat von kartenlegen.or.at unter https://tarot.or.at/crowley-tarot-vi-die-liebenden/ (14.07.21, 10:57 Uhr))
Der Text erscheint mir sehr einfühlend und hat keine negative Passage.
Selbst wenn der Autor der Texte nicht Crowley selbst war, so sollte der Autor doch Crowleys und auch Frieda Harris Intentionen umzusetzen versuchen.

Abschließend hier noch meine Kartenbeschreibungen von Herrscher und Hierophant:

Der Herrscher (bzw. Kaiser) bei Crowley erscheint erheblich jünger, ohne Bart und ohne Rüstung. Der Thron hat an der Lehne oben die Widderköpfe, aber die Füße hat der Kaiser verschränkt. Das Zepter ist nicht mehr das ägyptische Anch, sondern ein Stab mit einer Spitz-Verzierung, den Reichsapfel hat er in der rechten Hand. Sein Blick ist nach rechts gerichtet und das Zepter hält er entgegengesetzt zur linken Schulter. Statt der Widderköpfe an den Armstützen sind zwei Scheiben zu erkennen.

Der Hohepriester ist bei Crowley als Karte dunkel gehalten, die Ecken der Karte zeigen die vier Evangelisten als Kopf und ein Stier windet sich rückwärts um den Hohepriester. In der rechten Hand hält er einen Stab mit einem verschlungenen Ende, das aussieht wie ein Schlüssel. Auch bei Crowley hat er die beiden Finger der rechten Hand zum Segen ausgestreckt, aber die Hand zeigt nach unten. Hinter seinem Nacken zeigt sich rechts über der Schulter ein Elefanten-Mammutkopf, der auch auf dem Stier stehen könnte. Von dem weißen Heiligenschein fliegt eine weiße Taube nach unten. Unter seinem Bart hat der Hohepriester ein gelbes Pentagramm mit einem kleinen Kind in den Spitzen. Darunter ist eine stehende Frau mit einem großen Schwert in der rechten Hand abgebildet. Sie hat ein dunkles Gewand an und in der linken Hand eine Mondsichel.


Quellen und weiterführende Links:

Gastbeitrag von Lumnettahexe Hexe Anahid
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