Göttin und Heilige: Brigid

Aus christlichen Überlieferungen ist bekannt, dass Brigid im Jahre 451 in Fochart Muirthemne (heute Faughart bei Dundalk in Irland) geboren wurde. Ihr Vater war ein Adeliger und ihre Mutter seine Leibeigene. Brigid heiratete nicht, sondern widmete ihr Leben dem Glauben und gründete das Kloster Kildare. Sie lebte dort bis zu ihrem Tod am 01. Februar 523.

Lange bevor die Christen aber über die Heilige Brigid erzählten, wurde sie von den Kelten als Göttin verehrt. Sie war in Irland, Wales, Spanien und Frankreich bekannt und wurde auch Brigida, „die Dichterin“, „die Leuchtende“, „die Helle“ oder „Tochter der Dagda“ genannt.

Lange Zeit stand in Kildare ein Tempel, wo sie mit ihren weiblichen Priesterinnen lebte. Dort brannte eine Flamme, die Tag und Nacht von ihnen gehütet wurde. Daher wurde sie auch als Göttin des Feuers verehrt. Ihr zu Ehren wurden in alten Zeiten Kreuze aus Stroh geflochten und angezündet. Diese brennenden Kreuze wurden zur Stärkung der noch jungen Sonne und zum Schutz von Haus und Hof den Berg hinunter geworfen. Dank Brigid und ihrer Feuerkraft schmilzt im Februar Eis und Schnee. Das Wasser kann wieder frei fließen, alles kommt nochmal in den Fluss. Man sagt, das Wasser aus Brigids Quelle soll Menschen wieder gesund machen. Vor allem hilft es bei Augenerkrankungen. Sie ist auch die Schutzgöttin für Vieh und Ernte, eine Göttin der Fruchtbarkeit, der kreativen Ideen und der Heiler.

Imbolc

Am 01. Februar wird das Fest Imbolc gefeiert, was im keltischen Jahresrhytmus den Beginn des Frühlings symbolisiert. Dieses Fest steht in enger Verbindung zur Göttin Brigid. Sie vertreibt Winter und Frost. Die Pflanzenwelt erwacht aus ihrer Winterruhe, das erste Grün, wie z. B. Schneeglöckchen, bahnt sich durch die Schneedecke. Die Rückkehr des Lichts wird gefeiert.

Ich finde es ja sehr spannend, dass es im Christentum heißt, die heilige Brigid sei an genau diesem Tag gestorben. Es könnte daher gut möglich sein, dass sie nur eine Umwandlung der keltischen Göttin ist.

Im katholischen Glauben wird am 01. Februar Maria Lichtmess gefeiert. Die Weihnachtszeit ist nun endgültig vorüber und nicht selten werden die Weihnachtsbäume und Lichterdekorationen bis zu diesem Tag belassen. Früher hieß es, eine Frau sei nach der Geburt eines Sohnes 40 Tage unrein. An Maria Lichtmess war diese Zeit vorüber und Maria war wieder „rein“. Aber auch im keltischen Glauben hat dieses Fest mit Neubeginn, Aufräumen und Reinigung zu tun. Die Dunkelheit geht vorüber und wir treten nochmal hinaus ins Licht.

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Ein schönes Ritual in dieser Zeit ist das Reinigen und Befreien von den Überresten des Winters. Äußerlich mit der Reinigung von Haus oder Wohnung, Staub aus den Ecken fegen und die Winterdekorationen wegräumen. Innerlich ist eine Entschlackungskur eine gute Idee. Meine Ideen dazu sind basische Ernährung, Brennesseltee, kein Alkohol, kein Kaffee, Entschlackungskur mit Säften, eine Darmkur mit Hildegard von Bingen´s Bärwurz-Birnhonig und die Haarkur mit Pfllaumenaschlauge.

Hat man ein bestimmtes Thema für dieses Jahr, dass man gerne bearbeiten möchte, kann man einen Vertrag mit sich selbst schließen, so wie das früher die Dienstboten mit dem Bauer für ein neues Jahr taten. Man kann dies in ein schönes Ritual einbinden und sich und der Göttin versprechen, in diesem Jahr eine ganz bestimmte Sache zu erledigen. An Quellen oder Bächen kann man gut mit ihr in Verbindung treten.

Man kann an Imbolc Kerzen für das neue Jahren weihen, denn diese haben dann eine hohe Schutzkraft. Grün ist die Farbe der Brigid.

Am Vorabend sollte man Kuchen oder Brot auf das Fensterbrett stellen, da Brigid in der Nacht umherwandert und es segnet. Um ihr zu danken wurde früher Milch auf der Türschwelle vergossen.

Brigid Kreuz

Diese aus Stroh oder Binsen bestehenden Kreuze werden an Imbolc hergestellt und jährlich erneuert. Über die Haustür gehängt schützen sie die Hausbewohner vor Krankheiten, Hunger und Feuer. Die Kreuze können drei- oder vierarmig sein, auch rautenförmig ist möglich. Es werden regionale Unterschiede gemacht und auch zwischen der Anwendung im Stall (dreiarmig) oder im Haus (vierarmig) unterschieden.

Im Netz gibt es viele Anleitungen dazu. Dieses Video finde ich sehr gut: https://www.youtube.com/watch?v=WErPG3DiT24

QUELLEN:

www.wikipedia.de

www.kraeuterweisheiten.de

www.meliora.de

www.artedea.de

www.buntwerkstatt.at

www.irishshop.de

Buch: die Zauberwelt der Kelten von D.J. Conway

Beitragsbild: Bild von 5598375 auf Pixabay

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Beitrag von Ronya
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