Aus dem Besenschrank kommen – Outing als Hexe: Rabenherz

Hallo, ich bin Rabenherz.

Alles begann bei mir mit Charmed, wobei das wahrscheinlich nicht stimmt, ich war ein sehr fantasiereiches Kind und konnte mir schon früh Sachen gut vorstellen, was mir wahrscheinlich nun beim Visualisieren eine große Hilfe ist.
Ich lebte mal mehr, mal weniger in meiner Welt, wahrscheinlich oft zu meinen eigenen Schutz. Meine Mutter war bei jedem Trend dabei, sei es bei Tupperware, sei es bei Candle Lite oder bei Esoterischem, das damals in den 90ern mehr und mehr Aufmerksamkeit bekam. Und so legte sie auch einst mal die Karten oder ließ sie sich legen; auch hatten wir einen Astrologen, der uns ein Horoskop erstellte.

Und dann kam Charmed ins Fernsehen, eine tolle, fantasievolle Serie, die bei vielen sehr beliebt war. Dazu kam auch ein Buch heraus: „Das Buch der Schatten“ von Maja Sonderbergh, mein erstes magisches Buch. Ich war ca. 11 Jahre alt und es faszinierte mich sehr, es fühlte sich für mich nach einem richtigen Weg an. Also habe ich mir einen Schuhkarton geschnappt, ein paar Kerzen von Mamas Candle Lites geklaut und schon konnte es auch mit der Magie losgehen.
Ich habe echt verrückte Sachen als Kind gemacht und erlebt. 😉 Ich habe TV-Serien-Dämonen verzaubert, meine Katze sprang fast in die Kerzen im Ritual, als ich mit meiner Großcousine zauberte – naja, wahrscheinlich als Warnung, dass wir mit den Blödsinn aufhören sollten, weil wir ja von nichts eine Ahnung hatten.

Damals kam mir die „Religion“ sehr gerecht, denn ich bin im katholischen Glauben aufgewachsen und ich kam mit dem Finger wackelnden Gott und seinem „Du sollst nicht…“ nicht mehr klar.
Und da kamen die Göttin und der Gehörnte zu mir, Götter, die ich als sehr sympathisch empfand, Götter, die mir nichts verboten und meinen Weg gemeinsam mit mir gingen.
Ich konnte den Jahreskreislauf verstehen, denn ich sah es ja an der Natur. Ich konnte verstehen, woher unsere Feste ihren Ursprung hatten, es war nachvollziehbar, ganz im Gegensatz zu der katholischen Kirche und ihren Gründen, weshalb es diese Feste gab.

Da kam es auch passend, dass bei uns ein Esoterikladen aufmachte, in dem ich oft meine Nachmittage mit Bummeln verbrachte. Aber leider waren die Sachen immer viel zu teuer für mich und auch heute ist es bei mir noch so, dass ich lieber mal Küchenkräuter oder Tees räuchere, bevor ich viel Geld für Räucherungen und magisches Werkzeug ausgebe.

Ich wurde älter und ich und die Magie waren zwar immer eins, aber ich beschäftigte mich mal mehr und mal weniger damit. Meistens dann, wenn ich mich selber wieder finden musste oder gerade gefunden hatte, konnte ich gut mit der Magie und den Göttern arbeiten. 2008 fing ich mein Buch der Schatten an, an dem ich dann 2010 weiter arbeitete, aber dennoch kam mir der Weg als Hexe manchmal sehr einsam vor. Im Freundeskreis gab es kaum jemanden, der den selben Weg ging.

Und dann habe ich 2013 das Lumnetta-Forum gefunden und es fühlte sich an wie Heimat – endlich konnte man sich über Themen austauschen und wurde nicht sofort als verrückt erklärt.
Ich fand es so toll, dass man sich bei Lumnetta Wissen aneignen konnte und lernen durfte, kostenlos und ohne Druck, mir machte es sogar so viel Spaß, dass ich Schulsprecherin und Chefredakteurin wurde.
Dann klopften auch die Drachen an meiner Tür, sie gaben mir viele Zeichen, aber ich konnte sie erst nicht erkennen und eines Tages fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich hatte meinen magischen Weg gefunden.

Doch das hatte leider alles ein plötzliches Ende, als 2015 bei mir eine OP schief gegangen ist und ich seitdem chronisch krank bin. Ich habe immer wieder Probleme mit dem Bauch und liege heute noch manchmal tagelang mit Bauchkrämpfen im Bett. Als es körperlich langsam wieder bergauf ging, haben ich und mein damaliger Freund entschlossen zu heiraten und so war ich zunächst auf die Hochzeit konzentriert, nebenbei stand noch ein Berufswechsel an und als alles gut zu sein schien, lag ich wieder 3 Wochen im Krankenhaus; das, was bei der schief gegangenen OP neu gemacht wurde, war fast zusammen gewachsen und musste wieder gedehnt werden. Ich hatte sogar ein halbes Jahr eine Drainage im Körper, mit der ich sogar arbeiten gegangen bin. Als diese endlich wieder draußen war, hatten wir einen Suizidfall in der Familie, dessen Erbauseinandersetzung noch bis heute läuft.


Danach brauchte ich Zeit. Zeit, wieder zu meinen Körper zu finden. Zeit, wieder zu mir zu finden. Zeit, um wieder Energie zu haben, die nicht allein nur für meinen Körper gebraucht wird. 2020, das Katastrophenjahr, war das Jahr, in dem ich wieder alles soweit in meinen Leben geregelt hatte und wieder genug Energie hatte, damit ich mich wieder der Magie widmen konnte. Ich registrierte mich erneut bei Lumnetta und führte den Weg mit den Drachen weiter. Das Ei, das damals 2015 zu mir kam, war mittlerweile geschlüpft und ich hatte einen zweiten Chaosdrachen als Begleiter meines magischen Weges.
Auch wenn gerade Corona ist, fühle ich mich doch irgendwie den Leuten näher, auch wenn es nicht körperlich ist, sondern nur virtuell. Ich fühle mich besser verstanden, denn es gibt mehr und mehr tolle Plätze im Internet, wo man sich austauschen und Leute finden kann.

Ich freue mich, wieder zu meinem Weg gefunden zu haben und dass ich meine Lebensphilosophie wieder ausleben kann.
Meine Ziele dabei sind, dass ich gerne Profi/Meister/Priester (wie auch immer man es nennen will ;D) in den Themen Drachenmagie, Symbol- und Sigillenmagie werden möchte.
Ich möchte lernen, aber ich möchte irgendwann auch Lehrende sein.

Ich möchte euch allen, die das bis zum Ende gelesen haben, Danke sagen. 😀
Und ich wünsche euch Gesundheit und Kraft, die momentane Situation zu überstehen und dass ihr euren Weg findet und ihn selbstsicher gehen könnt.

Eure Rabenherz

Beitrag von Drachenkatze
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