Frauengesundheit: Gebärmutterhalskrebs

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens!

Etwa 4600 Frauen erkranken jährlich an Gebärmutterhalskrebs und immerhin 1600 Frauen sterben daran. Dabei kann der Tod durch eine frühzeitige Erkennung verhindert werden, weshalb es sich lohnt, sich mit dem Thema und seinem eigenen Körper auseinanderzusetzen.

Gebärmutterhalskrebs tritt vor allem in Form von Tumoren im unteren Teil der Gebärmutter auf, dem Bereich um den Muttermund herum.
Bemerkbar kann er sich durch ungewöhnliche Blutungen außerhalb der Monatsblutung und nach dem Geschlechtsverkehr machen, durch übelriechenden Ausfluss, starker Gewichtsabnahme sowie Schmerzen im Unterleib und beim Urinieren. Tritt eines dieser Symptome auf, sollte man es vom Arzt abklären lassen. Allerdings treten diese Symptome meist erst bei stärkerem Voranschreiten der Krankheit oder auch gar nicht auf, weshalb man regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen sollte.
Diese Tumore entstehen meist durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV), welche in einigen Fällen Gewebemutationen in der Gebärmutter auslösen und so teilweise Krebsvorstufen bilden können. Nicht jede Mutation führt auch zu Gebärmutterhalskrebs.
HPV ist ein Sammelbegriff für etwa 40 Virustypen und zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Man geht davon aus, dass sich etwa 80 % aller sexuell aktiven Menschen einmal in ihrem Leben mit HPV infizieren. Bei den meisten heilt diese Infektion allerdings ohne Symptome wieder ab und bleibt daher unbemerkt.
Die Ansteckung erfolgt über den Hautkontakt zu infizierten Bereichen und erfolgt am häufigsten (aber nicht ausschließlich) während des Geschlechtsverkehrs. Da Kondome nicht die gesamte Haut im Intimbereich bedecken, kann man sich mit ihnen nur bedingt vor einer Infektion schützen. Allerdings wird das Risiko, sich zu infizieren, durch sie vermindert. Andere Methoden, einer Infektion vorzubeugen, sind sexuelle Enthaltsamkeit und eine Impfung gegen die gängigsten und gefährlichsten HPV-Typen.

Ich wusste damals ehrlich gesagt gar nicht, warum ich mich gegen Gebärmutterhalskrebs impfen lassen sollte, ich habe mich nie damit beschäftigt. Meine Mutter hat es mir erklärt und ich habe mich mit meiner Frauenärztin unterhalten. Kurze Zeit davor war meine Mutter an Brustkrebs erkrankt, jegliche Erfahrungen mit diesem Thema wollte ich vermeiden und, soweit es geht, vorbeugen. Da diese Impfung keine negativen Auswirkungen auf mich hat, habe ich mich dafür entschieden. Ich habe das Gefühl, dem zumindest vorzubeugen und das beruhigt mich.

Anonym, 19 Jahre


Besonders gefährdet sind Raucher, immunschwache Menschen und Menschen mit sehr häufig wechselnden Sexualpartnern.
Die Diagnose erfolgt durch den sogenannten Pap-Test, der für Frauen im Alter von 20 bis 34 einmal jährlich und für Frauen ab 35 alle 3 Jahre von der Krankenkasse bezahlt wird. Sollten hierbei Auffälligkeiten auftreten, erfolgen eine gynäkologische Untersuchung und häufig die Entnahme von Gewebeproben, anhand derer man das Risiko der Zellveränderung besser einschätzen kann. Wird der Krebs frühzeitig erkannt, hat man sehr gute Heilungschancen, weshalb man sich regelmäßig untersuchen lassen sollte.
Tritt der Fall ein, dass Tumore erkannt werden, werden diese meist zunächst entfernt. Bringt dies keine Besserung der Lage mit sich und der Krebs hat sich stärker ausgebreitet, können Teile oder die vollständige Gebärmutter entfernt werden. Teils wird auch mit einer Chemotherapie behandelt.

Ich selbst habe mich in der Vergangenheit recht wenig mit diesem Thema beschäftigt und wurde zwar mit 13 gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft, allerdings nur, weil es so empfohlen wurde. Wirklich aufgeklärt war ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Das kam erst später, als ich mich mit meiner eigenen Sexualität auseinandergesetzt und mich viel über sexuell übertragbare Krankheiten informiert habe. Dadurch war mir bewusst, welche Risiken ich als sexuell aktive Person ohne entsprechende Verhütung eingehen würde. Daher war das für mich immer ein sehr wichtiger und unumstößlicher Punkt, richtig zu verhüten und regelmäßig zum Arzt zu gehen und mich untersuchen zu lassen.
In Folge dessen war ich sehr geschockt, als mein Frauenarzt mir auf ziemlich unsensible Art mitteilte, dass ich HPV hatte und sich dadurch das Zellgewebe meiner Gebärmutter verändert hat. Ich wollte an diesem Tag zum Arzt fahren, um mich wie jedes Jahr einmal auf alles testen zu lassen. Im Anschluss hatte ich eine längere Autofahrt nach Bayern vor mir (7 Stunden). Beim Arzt wurden also ein paar Tests durchgeführt und bei einer kurzen Verabschiedung zwischen Tür und Angel sagte mein Arzt mir noch, dass ich daran denken solle, mir den Kontrolltermin wegen meiner HPV-Infektion mitzunehmen. Verwirrt fragte ich nach und wurde dann darüber aufgeklärt, dass ich mich ja irgendwann trotz Impfung infiziert hätte und meine Gebärmutter sich dadurch verändert hätte. Die Infektion sei aber wohl bereits ausgeheilt. Um zu schauen, ob es schlimmer wird oder so bleibt, sollte ich nun erstmal jeden Monat zur Kontrolle kommen.

Im Auto angekommen habe ich als erstes meine Mutter angerufen, da ich mit der Situation ein wenig überfordert war. Ich fühlte mich von meinem Arzt alleine gelassen, da dieser anscheinend davon ausgegangen war, dass ich Bescheid wüsste. Auch war ich verwirrt, weil ich nicht verstand, wie mit das trotz Impfung passieren konnte. Später erfuhr ich dann in einem weiteren Gespräch, dass man nur gegen bestimmte Typen von HPV, aber nicht gegen alle impft. Allerdings seien die gefährlichsten Typen somit wohl ausgeschlossen.
Etwa einen Monat später war ich dann bei der ersten Kontrolluntersuchung, bei der erneut ein Abstrich gemacht wurde. Noch einen Monat später war ich wieder dort und habe erneut einen Abstrich machen lassen müssen. Dort teilte mein Arzt mir dann mit, dass es alles gut aussehe und wohl nichts Schlimmeres sei. Allerdings müssten wir dennoch einige Kontrolluntersuchung machen, um ganz sicher gehen zu können, dass es sich nicht zu Krebs entwickeln würde. Immerhin musste ich ab dem Moment nur noch alle drei Monate zum Arzt.
Jetzt ist so gut wie sicher, dass da nichts ist, was mir gefährlich werden könnte. Daher muss ich inzwischen nur noch alle 6 Monate hin. Ich bin sehr froh, dass sich bei mir nichts Ernsteres entwickelt hat und ich mit einem Schock davongekommen bin. Dennoch würde ich jedem raten, sich impfen zu lassen, um das Schlimmste zu verhindern und sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Es ist meiner Meinung nach wichtig, sich mit seinem Körper zu beschäftigen und auf sich Acht zu geben. Gerade, wenn so eine kleine unbemerkte Infektion dazu in der Lage ist, einem die Chance auf Kinder und im schlimmsten Fall das Leben zu nehmen.

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Gastbeitrag von Hansix3
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