Rette die Welt: Mikroplastik in Kosmetik

Dieser „Rette-die-Welt“-Artikel befasst sich mit dem Thema Mikroplastik in Kosmetik. Bereits in meinem Artikel vom 05. April 2019 bin ich auf die Gefahren und negativen Auswirkungen von Plastik bzw. Mikroplastik für uns und unsere Umwelt eingegangen. Nun folgt ein Abstecher in den Bereich der Körperpflege- und hygiene.

Wer beim Einkaufen den Blick aufmerksam durch die Regale der Beauty- und Wellnessartikel schweifen lässt, wird schnell bemerken, dass es für jedes Hautfältchen, graue Härchen, jede Hautunebenheit und noch für vieles mehr ein Mittelchen gibt. Doch zu welchem Preis werden uns diese ganzen Lösungsvorschläge geboten?

Alle Plastikprodukte geben mit der Zeit Schadstoffe an uns und die Umwelt ab, bis sie spröde werden und in ihre Einzelteile zerfallen. Dadurch, dass die Haut unser größtes Organ ist, ist es für die schädlichen Stoffe ein leichtes Spiel in unseren Organismus zu gelangen. Unter anderem passiert das durch Kleidung, Schuhe und Spielsachen aus Kunststoff, Weich-PVC in Luftmatratzen, Nagellack, Creme, Shampoo, Seife, Parfum und Deodorant.

Hersteller von Kosmetikartikeln mischen ihren Produkten Mikroplastik als Weichmacher, Schleifmittel, Filmbildner, Füllstoff oder Bindemittel bei, um die Konsistenz der Masse und das Gefühl nach dem Auftragen auf die Haut zu verbessern.  

Eine Übersicht der Artikel, die Mikroplastik beinhalten, erhaltet ihr auf:
www.bund.net/mikroplastik

Und auch wir können bei dieser Liste mitwirken, indem wir aufmerksam die Inhaltsstoffe unseres Kosmetikproduktes durchlesen. Sollte sich herausstellen, dass Mikroplastik in dem Produkt steckt, der Artikel aber nicht auf der zuvor genannten Liste zu finden ist, meldet man dem BUND seinen Fund und die Liste wird aktualisiert.

vorne: Gewürzseife zum Duschen (www.meerseifen.de)
hinten: Handseife mit Mandel- und Reiskeimöl (www.seifenflair.de)

Wer nun bei seinem nächsten Einkauf genauer hinschauen möchte, dem sei hier nun noch ein kleiner Tipp ans Herz gelegt. Naturkosmetik ist kein geschützter Begriff. Zudem ist „Natur“ auch nicht gleich „Bio“. Biokosmetik darf sich nur als solche schimpfen, wenn 95 % der Inhaltsstoffe aus biologischen Anbau stammen.
Verlässliche Siegel sind z. B. „BDIH“ und „NaTrue“.

Kommen wir nun zur Frage, wie das Mikroplastik in die Umwelt bzw. den Wasserkreislauf kommt. Nehmen wir hierfür einmal das Körperpeeling mit den hübsch anzusehenden blauen Mikroplastikperlen. Nach dem Auftragen waschen wir alles gründlich von uns ab. Die Perlen gelangen über das Abwasser in die Kläranlage. Da Kläranlagen aber nur geringfügig die Möglichkeit haben, Mikroplastik aus dem Wasser zu filtern, gelangt das Mikroplastik über den Klärschlamm in das Grundwasser, die Binnengewässer, die Seen und Meere. Meeresbewohner verwechseln diese Kleinstteile oft mit Nahrung. Entweder sie verenden dadurch oder wir bekommen sie als Speisefisch auf den Teller. Wie oben bereits beschrieben, gibt das Mikroplastik Schadstoffe, unter anderem hormonverändernde Substanzen, ab. Dadurch kann es zu Fruchtbarkeitsstörungen, Verweiblichung der Männchen und Missbildungen der Nachkommen kommen. Dass Kinder durch ihren sich entwickelnden Organismus empfindlicher und anfälliger für Störungen sind, möchte ich an dieser Stelle besonders anmerken.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich ein wenig wiederhole, möchte ich euch ein paar Alternativen zu bisherigen Produkten nennen:

  • Menstruationstasse oder auswaschbare Baumwollbinden anstatt den herkömmlichen Binden und Tampons
  • Zahnbürste aus Holz anstatt der Plastikzahnbürste
  • Kosmetik und Nagellackentferner im Glas anstatt aus den Plastikflaschen- und tuben
  • Seife im Stück anstatt flüssige Handseife, Shampoo und Duschgel
  • Deodorants ohne Aluminium, denn das Aluminium verstopft die Poren
  • Waschlappen oder Baumwollpads anstatt herkömmliche Wattepads
  • Wattestäbchen aus Papier und Baumwolle anstatt der Wattestäbchen aus Plastik
  • Haargummis aus Naturkautschuk
  • Metallrasierer oder normale Rasierer anstatt Einwegrasierer
  • Zahnputztabs anstatt Zahncreme aus der Tube
  • Backpulver oder Kalziumkarbonat (Schlämmkreide) zur Zahnreinigung anstatt der herkömmlichen aufhellenden Zahncremes
  • Kaffeesatz als Spülung für das Haar oder Peeling für die Haut
  • Kokosöl in Kombination mit Toilettenpapier und Taschentücher als Feuchttücher ; kann in der Kombination auch gut als Make-up-Entferner genutzt werden
Zahnputztabs

Kokosöl kann auch noch viel mehr! Probiert es aus!

Es lindert Sonnenbrand, Herpes, pflegt sprödes Haar, einen wunden Babypopo und wirkt abschreckend auf Stechmücken und Zecken. Doch immer auf Bioqualität, ohne Emulgatoren und Konservierungsstoffe, achten.

In diesem Jahr werden noch zwei weitere Themen zu der Plastikreihe hinzugefügt, die da wären: Haushalt/Wohnen/Essen und Mode.

Folgender Satz ist den Menschen gewidmet, die sich fragen, warum sie denn als Einzelner / Einziger mit der Veränderung beginnen sollten:

Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein frohes Plastikfasten und alles Gute. 🙂 Eure Aki

Quellen:

  • Buch „Einfach Öko“ von Marcus Franken und Monika Götze
  • Buch „Besser leben ohne Plastik“ von Anneliese Bunk und Nadine Schubert
  • Buch „Noch besser leben ohne Plastik“ von Nadine Schubert
Aki
Aki
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