Kraftorte im Saarland: die Teufelsburg

Heute möchte ich euch eine wunderschöne Burgruine im Saarland vorstellen. Ich weiß nicht, ob sie ein „offizieller“ Kraftort ist (sofern es dies gibt) – ich weiß aber, dass sie für MICH ein Ort der Kraft ist, an dem ich mich immer wieder erden und zur Ruhe kommen kann.

Sie liegt am Rande des mittleren Saartals, in der Nähe von Saarlouis. Man fährt aus Saarlouis heraus, über eine Serpentinenstraße, weiter Richtung Frankreich und kommt dann in das kleine Dörfchen Felsberg. Dort liegt versteckt, nur durch eine enge Strasse zu erreichen, die Burg Neu-Felsberg.

Vor ungefähr 20 Jahren besuchte ich diesen Ort zum ersten Mal und habe mich zwischen den Burgmauern schon immer wohl gefühlt. Auch wenn ich ein echter Angsthase bin, fühlte ich mich dort stets geborgen und sicher.

Damals, vor diesen vielen Jahren, war ich in der Mittelalterszene unterwegs und wir trainierten dort an der Burg unsere Schaukämpfe. Eine Theatergruppe hatte ihren Übungsplatz ebenfalls auf der Burgwiese und all diese Leute machten zu dieser Zeit auch den besonderen Flair aus. Auch wenn ich heute die Burg besuche, schwingen die Erinnerungen daran mit und machen den Platz besonders.

Dann bin ich längere Zeit nicht zur Burg gekommen, da es mich in einen anderen Teil des Saarlandes verschlagen hatte. Doch mittlerweile wohne ich nur einige Kilometer von der Burg entfernt und komme wieder öfters in den Genuss, diesen Ort zu besuchen.

Die als Kampfburg errichtete Burg wurde zwischen 1354 und 1390 erbaut. Ursprunglich hieß sie Burg Neufelsberg und wird nur im Volksmund Teufelsburg genannt.

Ich habe mich immer gefragt, woher der Name „Teufelsburg“ stammt. Es gehen natürlich die schauerlisten Geschichten um, von Teufelsanbetungen mit Jungfrauenopferungen im Mittelalter bis hin zu grausigen Erscheinungen in der Nacht.

Aber tatsächlich kommt der Name wohl aus einer Zeit, in der es noch Duelle unter den Rittern gab. Einer dieser Kämpfer soll seine Seele an den Teufel verkauft haben, um ganz sicher als Sieger aus dem Kampf heraus zu gehen. Seine Schreie, als er in die Hölle fuhr, soll man noch heute hören.

Die Burg diente der Verteidigung gegenüber Feinden, die man durch den weiten Blick wohl schon aus der Ferne erkennen konnte. Der obere Burgteil deckte die Verteidigung zur Ebene hin ab. Dieser Teil wurde bisher noch nicht freigelegt.

Im zweiten Weltkrieg nutzten die Anwohner der umliegenden Dörfer die Steine der Burg, um ihre Häuser wieder neu aufzubauen. Dadurch war eine Restaurierung vor einiger Zeit notwendig.

Heute gibt es in der Burg auch ein kleines Museum, in dem man die Funde der Ausgrabungen sehen kann.

Quellen und weiterführende Links:

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Ronya
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