Rette die Welt: Plastik in Kleidung

Dieser „Rette-die-Welt“-Artikel befasst sich mit dem Thema Plastik in Kleidung. Bereits in meinen Artikeln vom 05. April, 07. Juni und 16. August 2019 bin ich auf die Gefahren und negativen Auswirkungen von Plastik bzw. Mikroplastik für uns und unsere Umwelt eingegangen. Nun folgt ein Abstecher in den Bereich der Kleidung.

Ja, selbst in unserer Kleidung steckt das fiese Plastik drin und diverse Studien haben ergeben, dass mehr als ein Drittel der im Meer landenden Mikroplastikartikel auf synthetische Textilien zurück zu führen sind. Kein Wunder, denn rund 60 Prozent – Tendenz steigend – der Kleidung weltweit enthält Nylon, Polyester- oder Polyacrylfasern.

Und wie gelangen die schädlichen Stoffe in unser Ökosystem?
Bei jedem Waschvorgang von synthetischer Kleidung wie z. B. Outdoor- und Wanderkleidung, Fleecejacken, T-Shirts mit Baumwollmischfasern, etc., lösen sich diese Stoffe. Sie gelangen über nicht ausreichende Filtersystem in den Kläranlagen über das Abwasser in die Seen und Meere, in unser Grundwasser, in die Verdauungsorgane der Meeresbewohner und somit irgendwann wieder auf unseren Teller, und in unser Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Hohe Waschtemperaturen, gering befüllte Waschtrommeln, Weichspüler und Waschmittel aus Pulver begünstigen diesen Vorgang.

Nachfolgend ein paar Tipps, die wir beim Waschen unserer Wäsche leicht berücksichtigen können um das Herauslösen von Mikroplastik zu reduzieren:

  • Auf Weichspüler und Waschmittel mit Mikroplastik verzichten (in der CodeCheck-App findet man plastikfreie Reinigungsmittel)
  • Synthetikstoffe kurz, bei geringer Temperatur und mit wenigen Umdrehungen beim Schleudern waschen
  • Die Waschmaschine immer voll mit Wäsche beladen, damit sich die Reibung der Textilien verringert und sich somit weniger synthetische Fasern lösen
  • Flüssigwaschmittel anstatt Waschmittel aus Pulver, da sich durch den wegfallenden Schrubb-Effekt ebenfalls weniger Synthetikfasern lösen
  • Waschbeutel nutzen z. B. den „Guppyfriend“ (Mikroplastik, welches sich beim Waschen aus der Kleidung löst, wird darin aufgefangen und nach dem Waschvorgang im Restmüll entsorgt)

Ein weiterer guter Ansatz um die Menge des Mikroplastikanteils im Abwasser zu reduzieren, wäre, die Wind- und Wetterkleidung, sowie andere Synthetiktextilien seltener zu waschen. Die gängigen Waschmaschinen können nämlich mit ihren Filtersystemen das Mikroplastik kaum bis gar nicht aus dem Abwasser filtern.

Grundsätzlich sind aber wir als Verbraucher gefragt und sollten daher unser Konsumverhalten dementsprechend anpassen. Achtet deshalb auf hohe Qualität, damit die Kleidungsstücke länger halten. Und nehmt euch die Zeit beim Shoppen und guckt euch die Etiketten genau an. Bevorzugt Bio-Baumwolle, Bio-Wolle, Hanf, Leinen oder Agavenseide.

Das beste Siegel, was ein Kleidungsstück haben kann, ist GOTS (Global Organic Textile Standard – Verbot von Gentechnik oder von anderen Pestiziden und anderen giftigen Chemikalien).

Wer z. B. Lycra, Nylon, Polyacryl, Polyester meidet, geht eindeutig den sauberen Weg. Dadurch können wir aktiv unserer Umwelt helfen.

Auf Seiten der Hersteller sind diese dazu aufgerufen ihre Herstellungsprozesse zu verändern und eine Weiterentwicklung der Filtersysteme wäre ebenfalls eine große Verbesserung. Recycling ist zwar schon eine gute Maßnahme um Neuherstellung von Plastik zu verringern, löst aber nicht das Problem.

Ich konnte euch hoffentlich durch diesen Artikel zum Umdenken bewegen, denn wie man zuvor gelesen hat, liegt es überwiegend an uns als Verbraucher dem Ganzen eine richtige Wendung zu geben, solange die Forschung noch nicht so weit ist. Persönlich stelle ich im Alltag weiterhin fest, dass viele Freunde und Bekannte bisher noch dem Fast-Fassion-Hipe verfallen sind und das macht mich ehrlich gesagt traurig. Doch die Hoffnung, durch Aufklärung und Hinweise auf das Problem weiter aufmerksam zu machen und dadurch eine Veränderung des Konsums zu bewirken, stirbt zuletzt.   

In diesem Sinne wünsche ich euch ein frohes Plastikfasten und alles Gute.

Gemeinsam schaffen wir das! Jeder einzelne von uns zählt!

Empfehlung:
– Guppyfriend Waschbeutel (Link: https://www.amazon.de/Langbrett-Guppyfriend-Washing-Bag-Ma%C3%9Fe/dp/B078RLGN6L/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=7GMRCL1PYIKK&keywords=guppyfriend+waschbeutel&qid=1569178617&sprefix=gupp%2Caps%2C198&sr=8-2)

Quellen:
– https://www.greenpeace.ch/de/story/20178/mikroplastik-partikel-in-der-kosmetik-fasern-in-der-kleidung/ (22.09.2019 um 20:02 Uhr)
– https://www.codecheck.info/news/Warum-Deine-Kleidung-die-Meere-verschmutzt-290232 (22.09.2019 um 20:06 Uhr)
– https://www.emotion.de/schoenes-neues/lifestyle-mode/mikroplastik-kleidung (22.09.2019 um 20:12 Uhr)

Aki
Aki
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